Abenteuer Hamburger bei der “Rallye Brasil Cone Sul 2007”: in 41 Tagen quer durch Südamerika

Brasilien, Uruguay, Argentinien und Chile: Eine Reise vom Meeresspiegel bis auf 1400 Meter Höhe – mit Pampa, Seen und Vulkanen.

Von Conrad Bauer-Schlichtegroll

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Für Jochen Braun, Hamburger Teilnehmer der “Rallye Brasil Cone Sul”, die am 15. September in São Paulo startet, begann das Abenteuer eigentlich schon am letzten Donnerstag. Da hat er seinen Wagen, einen Mercedes 450 SLC 5.0 Baujahr 1980, zum Hamburger Hafen gesteuert, um ihn zur Verschiffung nach São Paulo abzugeben.

Seine Idee für die Teilnahme an der sechs Wochen dauernden Wettfahrt kam ihm, als er im letzten Jahr von der Rallye Hamburg-Shanghai hörte. “Gerne wäre ich dabei gewesen, aber ich hatte zu spät davon erfahren. Als ich dann mitbekam, für 2007 sei eine Rallye durch Südamerika geplant, stand für mich sofort fest, daran teilzunehmen”, erzählt der 64-jährige Hamburger.

Wichtigste Voraussetzung für die Teilnahme an der Rallye war natürlich ein passender Wagen. Denn obwohl Braun Besitzer mehrerer Fahrzeuge ist, hatte er kein Auto, das älter als Baujahr 1982, dem jüngsten zugelassenen Jahrgang, ist. Fündig wurde er bei der Hamburger Firma Mirbach, Fine Historic Cars, die zu dem Zeitpunkt gerade vier Mercedes SLC anbot. “Ich entschied mich für ein goldfarbenes Modell, obwohl ich die Farbe eigentlich nicht mag. Aber die ursprüngliche Rallyeversion für dieses Auto gab es auch nur in Gold und Silber. Und nachgerüstet sieht das Fahrzeug nun genau so aus, wie in der sehr robusten und zuverlässigen Original-Rallye-Ausstattung”, erzählt Braun.

Glück kam hinzu, denn der Wagen wurde trotz seiner 27 Jahre nur 71 000 Kilometer gefahren und war äußerlich in einem guten Zustand. Nötig war jedoch der Austausch der Sitze, denn sie waren extrem weich und eigneten sich nicht für eine 9636 Kilometer lange Strecke durch vier Länder. Ebenso wurden vier zusätzliche Nebelscheinwerfer für Nachtfahrten montiert. Außerdem verdeckt nun eine neue, mattschwarze Motorhaube den 240 PS starken Acht-Zylinder Motor. Im Gegensatz zur ursprünglichen goldenen Motorhaube reflektiert diese kein störendes Sonnenlicht. Aber nicht nur der Wagen wurde nachgerüstet, auch Jochen Braun hat sich intensiv mit einem Sicherheitstraining vom ADAC vorbereitet, hat außerdem gelernt, den Zündverteiler auseinanderzunehmen, den Keilreimen zu kontrollieren und ihn gegebenenfalls auch zu wechseln.

Die Teilnehmerin Birgittleonore Marquardt ließ ihr VW Cabrio 1303, Baujahr 1979, ebenfalls genau durchcheken. Sie will sich mit ihrer Kopilotin Agnes Ockelmann auf die Reise machen. Die beiden Frauen sind schon ein eingespieltes Team, sie nahmen im letzten Jahr erfolgreich mit dem Wagen an der Rallye Hamburg-Shanghai teil.

Wenn Jochen Braun mit seinem Beifahrer Jürgen Jessen Anfang September in Brasilien ankommt, steht der Wagen schon zusammen mit den anderen in Containern überführten Fahrzeugen im Hafen von Santos bei São Paulo. Nach dem Start geht es die ersten fünf Tage durch Brasilien zu den großen Wasserfällen Foz do Iguassu. Hier wird die Grenze Richtung Argentinien überquert, die Strecke führt dann über Concordia, Santa Fe und die besonders schöne Region von Cordoba mit Alta Gracia nach Mendoza. Dort ist ein Treffen mit einem Oldtimerklub vorgesehen, zudem besteht die Möglichkeit, den Wagen genau zu kontrollieren, bevor es über den Cordilhera Pass (Anden) mit einer Höhe von 3834 Metern geht – und damit die Grenze nach Chile passiert wird. Bei gutem Wetter können die Teilnehmer eventuell den 6962 Meter hohen Berg Aconcagua sehen.

Die folgenden 135 Kilometer nach Santiago de Chile werden für alle sicher eine große Herausforderung. Die Reisebeschreibung, das sogenannte Roadbook, warnt die Fahrer für diesen Abschnitt der Strecke mit dem Satz “Viel Lkw-Verkehr, Nerven, Geduld und Vorsicht sind angebracht”.

In Chiles Hauptstadt trennt sich Jochen Braun von seinem Beifahrer, denn hier erwartet ihn seine Frau Inga, die ihn dann bis zum Ende der Reise begleiten wird. Nach einem freien Tag für Besichtigungen und ausreichend Pause für Mensch und Auto geht es am 29. September weiter über Valparaiso und Santa Cruz nach Villa La Angostura, wo die Grenze nach Argentinien wieder überschritten wird. Die Fahrt führt weiter über San Carlos de Bariloche, Bahia Blanca, Mar del Plata nach Buenos Aires, wo die Gruppe am Abend des zwölften Oktober ankommen soll. Auch hier ist ein umfangreiches touristisches Programm für die Teilnehmer vorgesehen, bevor es weiter Richtung Montevideo (Uruguay) geht. Dann führt die Tour über Porto Alegre, Gramado und Curitiba zurück nach São Paulo, wo die Reisenden am Abend des 22. Oktober eintreffen sollen.

Am 25. Oktober wird Jochen Braun mit seiner Frau Inga und dem Auto wieder die Heimreise nach Deutschland antreten. Hier will er sich, dann sicherlich schweren Herzens, von dem Wagen wieder trennen – und den Erlös, der den gutachterlichen Fahrzeugwert übersteigt, der Aktion “Von Mensch zu Mensch” des Hamburger Abendblattes zukommen lassen.

Der gesamte Reiseverlauf ist unter www.starcars.de/rallye im Internet, auch mit aktuellen Reiseberichten, zu verfolgen.

Fuente: erschienen am 28. Juli 2007 Hamburger Abendblatt

Con la colaboración de Bernd Töbke desde Hamburgo (Alemania).

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